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Montag, 21. September 2009

Madrid ESF Conference

21.9.2009
Der Grund wieso ich an Karmas Geburtstag nicht feiernd in Österreich anzutreffen bin, ist eine ESF Konferenz über Archiving and Life History Research in Madrid. Thomas, mein neu akquirierter Arbeitskollege und ich haben heute einen Vortrag über "our efforts in establishing a qualitative archive in Austria".
Jetzt, 23:44 Uhr bin ich gerade vom überaus üppigen, aber super leckeren Galadinner zurück, das wir hier in der Residencia des estudiantes eingenommen haben. Dekatentes Wohnen für Studenten. Der Vortrag ist halbwegs gut über die Bühne gegangen, auch wenn ich noch an meiner Fähigkeit frei zu sprechen feilen muss und auch eine der Fragen nicht so ganz perfekt beantworten konnte. Aber des Lobes wurde von den neuen fremden KollegInnen trotzdem nicht gespart, also wirds schon gepasst haben.
Der Workshop ist in Madrid, was mich grundsätzlich einmal sehr gefreut hat, denn die Stadt kannte ich bis jetzt noch nicht. Nun hab ich schon ein bisschen was mitbekommen. Gestern nachmittag mit Iberia angekommen, habe ich mich gleich nach der etwas aufwändigen Suche des Hotels auf den Weg in die Stadt gemacht. Von der Oper aus habe ich die Calle des Arenals erkundet, dann ist homas eingetroffen, der dank seines Umsteigeflugs früher weggefahren und später angekommen ist. Zusammen haben wir dann den Barrio des austriacas erkundet. Ein Viertel, das von den Habsburgern mitgestaltet ist und daher einen ganz netten Charme ausstrahlt mit vielen (erstaunlicherweise recht hohen) Häusern, die vor jedem Fenster einen kleinen Balkon haben. Nach etlichen erfolglosen Versuchen haben wir dann ein Lokal gefunden, wo wir Tapas durchgetestet haben. Dannach gings in einen Gourmet-Süßigkeitenladen, wo ich um 26 Euro Süßes erstehen musste :)
Über die Plaza de Major gings dann ins Schwulen und Lesbenviertel. Von diesen hat man aber wenig bemerkt. Nur ein wenig alternativer wurde das Stadtbild. Unzählige Geschäft säumen die Straßen, das wahrste Shoppingparadis.
Heute nach einem recht trocken angehauchten Tag voller Vorträge, Gespräche und Diskussionen in einer verstaubten Uni, die in ihrer Bauweise an kommunistische Zeiten oder Gefängnisarchitektur erinnert, sind Thomas und ich dann wieder die riesigen Straßen entlang bis nach Gran Via spaziert, wo ich dann zum Conferencedinner abgedüst bin, vor dem Thomas sich erfolgreich aber in Schande gedrückt hat ;)
War eigentlich auch ganz nett mit vielen kleinen und großen Unterhaltungen über zwei Stunden lang. Hab gleich mal wieder für zukünftige Forschungsprojekte eine Ansprechpartnerin aus GB gefunden und über einen jungen Polen erfahren, an welche Leute in Österreich ich mich noch wenden könnte. Außerdem hab ich eine sehr liebe Estin getroffen und mit dem spanischen Co-Organisator Mariano geplaudert. Really nice.
Morgen werde ich die Stadt dann noch ein wenig mehr erkunden. Mal sehen was sie noch zu bieten hat neben Shopping, vielen Menschen auf der Straße, guten Tapas und ewig langen heißen Ubahnkorridoren.

Dienstag, 14. April 2009

Was Soziologen so machen...Under the Mask: Perspectives on the Gamer

Under the Mask: Perspectives on the Gamer
June 5-6th 2009
Research Institute for Media Art and Design
University of Bedfordshire
Luton Campus, Park Square
Luton
Bedfordshire, UK

Who is the Gamer? Is the User one persona or numerous? Is their identity static or dynamic? What are the differences, if any, between casual, hardcore and professional Players? How does the social setting affect performance? What are the rituals, rules and argot held as standard within these cultures? How has the industry catered, and continued to cater to these varied subjective positions?

This conference aims to address the issues that surround the Player of videogames as contributor, consumer and propagator of specific cultures, not only through presentation and discussion, but also through actively engaging with games and Gamers.

Eminent designer and author Ernest Adams will provide the keynote this year.

Once more, a number of Professional Gamers will be attending the conference to demonstrate their expertise and share their experiences, whilst throughout the day competitions will be held on the various formats available, with a variety of game hardware and software prizes on offer. In creating such an environment, the organizers hope that
the participants will able to explore the sociological, psychological, and ludological issues in a game-playing context.

These include:
What takes place between Player and screen? Do original control interfaces (Guitar Hero,Dance Dance Revolution, Nintendo Wii, mobile games et cetera) affect social behaviour? Does genre affect the mode of participation, reception and positioning of the Gamer? What role does gender assume in game culture? Are there consequences of play for
Gamers, psychologically, socially and culturally?

Also of interest is the notion of the fan in games: fiction, art, walkthroughs, and game interpretations - what do these communities have to say on the place of the User within their communal/cultural hierarchy?

Call for papers:
• New methodologies or adapted methodologies for studying the Gamer;
• Case studies of Players interacting with novel control interfaces;
• Case studies of Users in social settings;
• Case studies of the relationship between gender and games;
• Case studies of Gamers in competitive/professional settings;
• Methodologies relating to Psychoanalysis and Analytical Psychology;
• Genre and its relation to Player performance;
• The role of competition, casual and social gaming within game culture and
• Presentations/Analyses of Fan fiction and Fan Art.

Topics may include: sport simulations, MMOGs, first-person shooters, performance games (Dance, Dance Revolution, Guitar Hero etc), mobile games, original control hardware, sociological methodologies (adapted and new), audience reception, gender studies, psychoanalysis/ analytical psychology, behavioural case studies, professional gaming,
competitive gaming, social gaming, ‘girl’ games, game art, fan fiction, fan art, and so on.

Abstracts of 250 words, accompanied by contact details and a brief biography to be received by the 30th of April to: gamer@beds.ac.uk

Conference Organizers

Prof Luke Hockley
Dr Gavin Stewart
Steven Conway

Contact Details
c/o Dr Gavin Stewart
A105
School of Media, Art & Design
University of Bedfordshire
Park Square
Luton LU1 3JU

For further information, please go to:
http://underthemask.wikidot.com/
Copyright Andreabild: The Lemming :)

Mittwoch, 11. Februar 2009

Forschung ist Zukunft

Liebe Freunde!

Nur selten greife ich zu dem Mittel, über Online-Petitionen zu informieren und für eine gute Sache um Unterstützung zu bitten. Der derzeit im Raum stehende Forschungsförderungsnotstand in Österreich ist aber ein Thema, das mich sowohl persönlich etwas angeht als auch eines, das in einem größeren Zusammenhang steht, bei dem es um eine moderne, nachhaltige und sinnvolle Entwicklung Österreichs geht.

Die österreichische Wissenschaft ist in einer kritischen Phase, in der es darum geht, dass tolle Entwicklungen der letzten Jahre nicht durch kurzsichtige Budgetpolitik in kürzester Zeit zunichte gemacht werden. Österreichs Wissenschaft hat ein bemerkenswertes Potential, dem nicht der Hahn zugedreht werden darf!

http://www.imba.oeaw.ac.at/forschung-ist-zukunft

Ich hoffe auf eure Unterstützung, eventuelles Weitersagen!

Freitag, 16. Januar 2009

Soviel zur Föderung von Wissenschaft und Forschung...

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Keine zwei Monate nach Amtsantritt der neuen Regierung scheinen sich die Befürchtungen der Österreichischen Universitätenkonferenz drastisch zu bestätigen. Deshalb möchten wir uns heute an Sie wenden: Es besteht die Gefahr, dass die "Koalition neu" die aktuelle Finanzkrise als Vorwand nimmt, um sich vor einer hinreichenden Budgetierung der Universitäten zu drücken, obwohl gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von Investitionen in Bildung und Forschung entscheidende Impulse ausgehen.

Sämtliche Versprechungen und Ankündigungen vor der Nationalratswahl betreffend einen Ausbau der Universitäten und die Beseitigung der massiven Unterfinanzierung der Hochschulen werden damit als leere Worthülsen entlarvt. Zwar findet sich im Koalitionspakt noch ein grundsätzliches Bekenntnis zum Budgetpfad, 2 Prozent des BIP für den tertiären Sektor aufzuwenden, ein Zeithorizont wird allerdings im Unterschied zu den Zusagen vor der Wahl nicht mehr genannt.

Die Universitäten brauchen zur Erfüllung ihrer wesentlichen Zukunftsaufgaben gerade jetzt ein adäquates Budgetwachstum, das über eine bloße Teuerungsabgeltung hinausgeht.

Die Universitätenkonferenz (uniko) erachtet es als ihre Pflicht, alle nahezu 300.000 Universitätsangehörigen, insbesondere die Studierenden, darauf hinzuweisen, dass real schrumpfende Budgets unweigerlich zu einer Verminderung des Leistungsangebots der Universitäten bzw. zum Abbau von Personal führen müssten. Wir brauchen aber das Gegenteil: Einen Ausbau der Universitäten sowohl hinsichtlich ihrer Lehrkapazitäten als auch
hinsichtlich ihrer Möglichkeiten zur Forschung und zur Entwicklung der Künste.

Die uniko hat in den letzten Wochen und Monaten in den Medien mehrfach auf diese drohende Entwicklung hingewiesen und wird die Öffentlichkeit über diese, einer gedeihlichen Entwicklung der Universitäten zuwider laufende Haltung der Bundesregierung vorbehaltlos informieren. Wir fürchten aber, dass diese Information allein nicht ausreicht. Wir bitten Sie daher um Ihre
aktive Unterstützung: Sprechen Sie auch selbst mit Politikern/innen, Entscheidungsträgern/innen und Journalisten/innen und zeigen Sie, dass die Finanzierung von Forschung und Lehre ein Anliegen aller Universitätsangehörigen ist, das überdies im Interesse der gesamten Volkswirtschaft, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, liegt.

Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen

Das Rektorat der Universität Wien:
Georg Winckler, Heinz W. Engl, Johann Jurenitsch, Arthur Mettinger, Christa Schnabl


Das Präsidium der Universitätenkonferenz:
Univ.Prof. Dr. Christoph Badelt
Dr. Gerald Bast
Dr. Ingela Bruner
Univ.Prof. Dr. Alfred Gutschelhofer
Univ.Prof. Dr. Heinrich Mayr
Univ.Prof. Dr. Heinrich Schmidinger
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Schütz
Univ.Prof. Dr. Hans Sünkel
Univ.Prof. Dr. Georg Winckler

Montag, 22. September 2008

Sommerakademie in Matrei

Letzte August/ Erste Septemberwoche. Zusammen mit 60 oder mehr anderen geförderten Pro Scientisten habe ich es mir für eine Woche in einem großen Jugendhaus in Matrei am Brenner/ Tirol bequem gemacht. Das Wetter ist strahlend schön, die Bergluft erfrischend kühl, der Ausblick auf das Tal unter uns grandios. In der kommenden Woche wird es jeden Tag volles Programm geben. Vorträge, Workshops, Arbeitskreise und kulturelles Programm stehen auf der Tagesordnung. Das diesjährige Thema der Woche: Zeit.
WissenschafterInnen der unterschiedlichsten Disziplinen referrieren und beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Welche kulturellen Zeitkonzepte gibt es? Wie ticken unsere biologischen Uhren? Wie definieren sich die Konzepte Raum und Zeit in einem astronomischen Verständnis? Welchen Zeitbegriff verwenden theologische Schriften? Was sagt die Philosophie zum Thema Zeit? Wie kann man seine Zeit am besten managen? Wie wird Zeit in der Musik empfunden? Wie kann man der Zeit im Tanz Ausdruck geben?

Der Zeitplan ist recht straff, viel ist aufzunehmen, auch wenn sich hin und wieder eine freie Minute stehlen lässt, um faul in der Sonne zu liegen, Morgenjogging zu betreiben oder eine kleine Wanderung zu unternehmen.
Die KollegInnen sind allesamt sehr nett, man merkt, dass man sich in einem intellektuell anspruchsvollen Umfeld befindet, was herausfordert, spannend ist, aber auch hin und wieder ein wenig anstrengend. Nicht desto trotz wird es gegen Abend bei einem Glas Wein immer lockerer :)
Das kulturelle Programm führt uns in die kleine südtiroler Stadt Brixen, wo wir eine ausgedehnte Führung durch den Dom genießen. Anschließend gibt es ein gutes Essen in einem gemütlichen alten Gasthof. Am nachhaltigsten bleibt Darrel Toulon, der Ballettdirektor der Grazer Oper in Erinnerung, der uns zeigt, wie man mit Bewegung und Zeit experimentieren kann. Auch die Lesung von Christoph Diekmann von "Die Zeit" über seine Kindheit in der DDR reißt mit, sowie der Pianist Uwe Kliemt, der uns vorführt, wie man klassische Stücke neu interpretieren kann, indem man mit der Zeit in der Musik spielt. Das intellektuelle Programm reißt mich weniger vom Hocker, auch wenn der eine oder andere interessante Vortrag dabei ist.
Alles in allem auf jeden Fall eine nette, unterhaltsame Woche, ein schönes Wiedersehen alter Freunde und Bekannten, neue Gesichter, interessante Gespräche, gutes Essen, schöne Naturerlebnisse. Was will man mehr. Mein Sommerurlaub :D

Dienstag, 25. März 2008

UK delayed

From 10th to 13th of March I’ve been to the UK. It’s been a while since I planned this trip and successfully I was able to arrange some spare time besides my professional duties. The beginning was grim since my plane was delayed for four hours due to heavy gusts of wind hindering the landing.

Finally I was on the tube, the Picadilly line, going to Leicester Square. I decided to change for the Northern line, which took me to Camden Market. I had read about Camden as paradise for alternative and goth shopping and all the rumours proved to be true. One stall crowded to the next, all attracting people with fancy advertisement, flamboyant colours and huge icons announcing their goods. I was completely enthralled but soon had to take flight from the pouring rain which had started to soak everything not protected by planes and umbrellas. At last I stayed all the afternoon, doing shopping and taking photos and looking around, poking my nose into every little corner and side-off lane. I especially loved the brick buildings and the small bridge crossing the little river. Also the hundreds of food selling stores beside the shops. You can get everything there. Japanese gothic Lolita designer goods, punk stockings, piercings and tattoos, goa clothing and alternative linen dresses und bags. I bought a nice Lolita skirt, still not sure if this style fits me, a coquettish shirt and some accessories. By then I was quite exhausted, because I still had to carry my backpack around all the time. So I decided to take my train to Colchester, Essex. Of course I got caught in the peak time and was totally bushed, when at last I arrived at the station. Of course the train was late too and it was raining when I arrived at Colchester. I searched a while for the right street and at last I found the Red Lion Hotel. I was so happy when I detected that I had an electric kettle and a bathtub :) I contently tried on my stuff once more, being so proud about my little findings and then I slumped into bed.

The next morning I “enjoyed” a fatty English breakfast and then took a walk around the streets of Colchester. By midday I took the bus to the university grounds outside the city. I was badly disappointed by the university building. I had expected an old building, as Colchester is the oldest town of England (of which I recognized nothing at all except a few old clay buildings with wooden trusses), but an ugly building greeted me for which I didn’t even find an entrance. Luckily I soon espied a woman taping direction signs for my workshop to the walls. I had a lot of time left, so I strolled through the little park near the university, trying to forget the cold. I roused a few ducks and found some really old trees. Everywhere in England you see daffodils, dotting the landscape in a bright yellow. Back at the UK data centre I met some of the people from the data archive I was visiting and found them all surprisingly friendly and warmly. I also made the acquaintance of another researcher visiting from abroad, which relieved me. The workshop was of moderate use for me, but in the aftermath me and the other girl met with the head of the archive at her home and we had a really informative, nice, interesting and encouraging talk about qualitative data archiving all the while eating Indian food and drinking wine ;)

But let’s turn to the afternoon, which still had a few hours left to spend on my own. I went back to the city by bus and stopped near an old castle which stood in the centre of an English garden. I strolled through the tree and daffodil lined paths, met a lot of chipmunks (their size really impressed me as well as their confidingness). I really could watch them dig out some nuts from only a few metres away. The sun began to set, leaving me with a wonderful evening atmosphere, because for once the rain had stopped and the sun came through the clouds. Quickly I walked to the medieval church nearby. It seems that they pop up every once in a while in the middle of the city next to newly build shopping malls and buildings. And mostly they are surrounded by a cemetery.

The next day I spent with another member of the archive, who showed me around and explained to me all the practical details about data archiving. I was finished around four and since I had nothing more to do in Colchester, I decided to go back to London. I booked a hotel in Kensington and soon was on my way. In London I stopped once more in Camden to get me a corset, which had already attracted my attention on my last stay (and new Martens I confess), then I went back to the hotel. I’ve been to London once with David and we also used to stay in this sort of hotel, with the rooms in the basement, exactly the right size to hold a double bed and the TV. The bathroom door was disguised as a cupboard and it was well heated.

I relaxed an hour, and then I made my way back to the tube, taking the Central Line to Tower Hill. The famous sights gain charm in the night when they are highlighted by spots and lights in all kinds of colours. I had a look on the Tower, the Tower Bridge. Then I walked in the general direction of the Lloyds building and the other “skyscraper” looking like a cucumber. The modern futuristic buildings of this part of London, standing next to old churches impressed me the most, but you couldn’t spare Westminster, therefore I walked back and took the tube to the Abbey.

I walked around the huge building, crossing the Thames, getting back at Big Bens. Then I decided to get home.




In the afternoon I had a phone call to Paul Hodkinson, who does research on the goth scene. I wanted to talk to him and we were able to arrange a meeting for the following day. So in the morning I took the train from Waterloo station to Guildford, university of Surrey. We had an interesting talk about my planned PhD thesis, but only one hour later I was on my way back to London.

I decided to spend my last hours in SOHO, the Chinese quarter. A lot of little shops here too and many Chinese and Japanese restaurants. I chose Ramen for dinner and was disappointed. Even I can cook this better!

It started raining again. Relaxed I walked through Hide Park and then back to the Picadilly Line. Back I went to the Airport. And home. One hour delayed. I was so grateful for my Mum-driven cab from the airport…and now, rainy Austria has won me back…..*harr*

Mittwoch, 5. März 2008

Fuß in der Uni

Vorgestern mittlerweile hab ich das Unmögliche erfahren...was ich schon gar nicht mehr als Option eingeplant hatte, weil das Vorstellungsgespräch so fürchterlich war, ist doch irgendwie wahr geworden: "Frau Magistra, wir haben uns entschieden und wir würden Sie gerne bei uns am Dekanat haben."

=)

Jetzt sitz ich hoffentlich bald direkt unter dem Dekan an meinem Schreibtisch an der Uni und trommle Wissenschafter für Konferenzen, Arbeitsgruppen, etc. zusammen und schreibe Evaluationsberichte über die Tätigkeiten der einzelnen Institute *fürcht*

Hat zwei tolle Vorteile: Ich bekomme einen tollen Überblick über die österreichsiche Forschungslandschaft und ich lerne total viele Leute kennen, weil ich Treffen organisieren und und koordinieren muss.
Nachteil: Jetzt arbeite ich regulär 34h pro Woche, was sich aber auf ca. 45h ausdehnen kann. Daneben soll ich noch auf die Uni und Dissertation schreiben *stöhn*

Na wir werden ja sehn....

Mittwoch, 9. Januar 2008

It´s just porn, Mom!

Meinungsfreiheit oder Sexismus? Eine soziologische Analyse übt
Kritik an der bisherigen Pornographieforschung.

Wie geht die Wissenschaft an das heikle Thema Pornographie heran? Welchen Blickwinkel richtet sie auf ein Thema, das eher hinter vorgehaltener Hand denn öffentlich diskutiert wird? Thomas Muhr fragt in seiner Arbeit nach den Schwerpunkten und Erkenntnissen einer wissenschaftlichen Pornographieforschung. Er stellt sehr übersichtlich dar, welche großen Strömungen dieses Forschungsfeld prägen, welche Fragestellungen behandelt werden und welche Schwächen die verschiedenen Ansätze aufweisen.

Zum Zusammenhang zwischen Gewalt und Pornographie

Die psychologische Wirkungsforschung geht der Frage nach, welche Auswirkungen der Konsum von Pornographie hat. Sie geht von einem Schadensdogma, d.h. der schädlichen Wirkung von Pornographie, aus. In Laborexperimenten werden Versuchsgruppen pornographische Medien präsentiert. Durch Messungen der Körperreaktionen und Befragungen zum sexuellen Empfinden soll nachgewiesen werden, dass Pornographiekonsum zu gesteigerter Gewaltbereitschaft, Brutalisierung des Sexualverhaltens und Trivialisierung von Vergewaltigung führt. Denn Menschen vergleichen das Dargestellte mir ihrem eigenen Sexualleben und klassifizieren das Gesehene als Standard, nach dem sie ihr eigenes Verhalten ausrichten. Vergleiche der Ergebnisse mit Kriminalstatistiken sollen diese Beweisführung untermauern. Frauen empfänden Dominierung, Degradierung und Misshandlung als lustvoll. Durch den Konsum pornographischer Medien würde Männern suggeriert, dass Frauen sich Sexualität nicht anders wünschen. Ein „Nein“ bedeutet eigentlich ein „Ja“. Die Frau muss zu ihrem Glück gezwungen werden. Werden die Ergebnisse in den Anfängen der Pornograhieforschung in den 60er-Jahren noch zögerlich präsentiert, verschärft sich in den 80er-Jahren die anti-pornographische Argumentation.

Pornographie: Die Prostitution und Erniedrigung der Frau

Die radikalfeministische Position argumentiert, dass Pornographie frauenverachtend, daher menschenfeindlich, rassistisch und damit ideologische Vergewaltigung und sexistische Verfolgung sei. Die Frau und ihre Sexualität würden vom Mann benutzt, um dessen Herrschaft über das weibliche Geschlecht mittels Gewalt zu sichern. Der Mann neige von Natur aus zu Aggressivität, die er durch seine Sexualität abbauen könne. Geschlechtsverkehr sei ein Akt männlicher Gewalt. Frauen, die Sex aus freien Stücken praktizieren, werden zu Kollaborateurinnen, die helfen, das männliche System zu erhalten. Der Einspruch liberalerer VertreterInnen des Feminismus, die versuchen Pornographie als Meinungsfreiheit zu definieren, wird als Feigheit abgetan. Lösungen? Echte Emanzipation kann nur durch die Abschaffung des Mannes oder – alternativ – durch das Zölibat erreicht werden.

Hat eine solche Forschung Zukunft?

Der Autor kritisiert beide Ansätze. Die Ideologisierung des Diskurses, das Festhalten am Schadensdogma (trotz gegenteiliger Studienergebnisse) und methodische Defizite lassen starke Kritik an den Thesen der beiden Wissenschaftsfelder aufkommen. Pornographie hat es schon in den Höhlenmalereien unserer Vorfahren gegeben und ist immer im gesellschaftlichen Kontext zu sehen, zeigt die Medienwissenschaft. Anhand soziologischer Theorien folgert Muhr, dass erst die Isolierung und Tabuisierung in unserer Gesellschaft Pornographie zu einem Problemthema macht. Schon Foucault ging von dieser Repressionshypothese aus. Durch Verbote werden Dinge für die einen begehrenswert, für die anderen Mittel zur Machtausübung. Sittlichkeit wird gegen das Sexuelle ausgespielt. Eine moderne Pornographieforschung müsse sich – so der Autor – differenzierter mit dem pornographischen Material auseinander setzen, die sozialgeschichtliche Entwicklung von Pornographie, sowie Erkenntnisse neuerer Forschungen einbeziehen und das methodische Herangehen überdenken.

Meine erste veröffentlichte Rezension :)
S.a.
http://derstandard.at/?url=/?id=3173114

Freitag, 23. November 2007

Naturhistorisches Museum

Dank Dominique bekamen Thorsten und ich am Donnerstag eine Spezialführung durchs Naturhistorische Museum.
Alles begann mit einer Einführung in die (mangels fachlicher Begriffsdefinition) Ameisologie. Wer hätte gedacht, dass es in Österreich so viele Arten gibt und darunter so große *fürcht*
Im Vergleich zu den Ameisen und Wespenvölkern aus Arizona können die österreichischen VertreterInnen jedoch nicht mithalten :P Besonders beeindruckend: Grabwespen und kleine pelzige Tierchen der Wespenart mit gedrehten Antennen. Wir waren ganz beeindruckt, dass sie die Tiere selbst sammelt. Gestochen zu werden gehört zum Berufsrisiko.

Dann gings auf Dach hinauf, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf das Kunsthistorische Museum, die Ringstarße, das Parlament, das Rathaus und sogar den Steffl hat. *bibber*
Alsdann kam eine weitere naturwissenschaftliche :) Attraktion: Schaben.
Drei Zentimenter große Ungetümer aus Madagaskar mit dreieckigen Köpfen unter dem Panzer verborgen. Wenn man sie in die Hand nimmt zischen sie ganz furchtbar. Thorsten hat eine gehalten, ich hab mich mit streicheln begnügt *g*
Dann gings auf eigene Faust durch das Museum, vorbei an Insekten (besonders beeindruckend, besonders nach der Vorgeschichte), Dinosauriern, Fischen und Landsäugern und Getier aller Art.
Dann erschöpft ins Sushi Lokal...