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Dienstag, 29. Juli 2008

Pulver und Kanonenfeuer - MA-Markt Arsenal

13. Juli. Kathi, Lucky und ich machen uns auf den Weg zum Heeresgeschichtlichen Museum. Das Wetter ist uns wohlgesonnen und die Lanzenträger am Eingang lassen uns auch ohne Parole passieren. Der Markt ist riesig und gut besucht und der Stände gibt es viele mit sehr feinen Dingen. Ich bin immer wieder einfach nur baff, dass es jedes Mal aufs Neue Stände gibt, die neu sind. Mit einem italienischen Schuhverkäufer gerate ich ins Geschäft, der Trockenfruchtverkäufer mit dem Scheiterwagen hat gezuckerte Kokusnüsse und die polnische Leinenverkäuferin süße Hemden, die nicht der Standard-Ware entsprechen. Auch viele Standler aus Deutschland sind da, die es meiner Meinung nach weitaus besser als manche heimischen schaffen, Atmosphäre zu vermitteln. Geschäftstriebiger :)
Auch Werner und Dani treffen ein und während sich die Männer bei der Artillerie und den Kanonen scharren, gehn Kathi und ich ein "wenig" Met verkosten und Weibertratsch führen. Beschwingt finden alle wieder zusammen. Auch Jenny ist angekommen.
Eine kleine Truppe spielt irische Melodeyen und auch Arnulf, das Schandmaul musiziert - passend - vor dem Metstand. Schließlich begeistert Torxes nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen. Rotkäppchen. Werner spielt den bösen Wolf
(klein und böse) und Kathi die Großmutter (schrumpelig und alt...alles laut Torxes). Der edle Ritter ist sehr erpicht Werner zu erstechen und kann nur mit viel Mühe zurückgehalten werden in seinem Eifer. Auch das kleine Rotkäppchen ist begeistert dabei.


Aber noch ist nicht aller Lacher Ende. Am Hornstandl probiern wir Töne zu produzieren und als Werner ein Horn ersteht ist für anhaltendes Amüsement gesorgt. Soviel hab ich schon lang nicht mehr gelacht :)

Montag, 28. Juli 2008

Mittelalter Spectaculum Ottenstein

Am 6. Juli machen Kathi, Lucky, Werner und ich uns auf den Weg ins waldviertliche Ottenstein. Zuvor bin ich schon mit einem Wahnsinns-Frückstück bei Lucky und Kathi verwöhnt worden. Und alles nur, weil Werner zu spät war. Danke, Werner :)
In Ottenstein empfangen uns gleich frohlockende Blasmusiktöne. Aha? Auch die örtliche Kapelle will Ihres dazu beitragen, dass das Fest gelingt ;) Na ja. Auf einer schönen Wiese vor dem wirklich fast kitschigen Schlösschen, sind vereinzelte Stände aufgebaut und mit viel Gemütlichkeit spazieren wir durch. Bei einer Holzschuhverkäuferin machen wir lange Halt und Werner und Lucky probieren Schuhe. Holz-Schuhe! Neu schauen sie ja nicht viel gleich, aber wenn sie mal lange getragen sind, schaun sie gar nicht übel aus. Nur wenn man so große Füße hat wie ich, dann sehn die Dinger aus wie Schlachtschiffe, wie Tom sagen würde. Von Werner Füßen will ich hier gar nicht reden :)
Als die Männer fertig sind, verschwindet Kathi im nächsten Stand, wo sie die geeignete Bluse für eines ihrer XXX Mittelalterkleider entdeckt :) Eine gute Wahl!
Dann verlangen unsere Mägen nach Speis und Drank. Gustierend streifen wir an den Essensständen entlang und entscheiden uns schließlich für Spießchen und Wachteln. Beim Essen bekommen wir auch Gesellschaft von Aramis und Giftzwergin und einem feucht-fröhlichen Wikinger und dessen Kumpanen.
Es gibt noch viel zu entdecken. Eine weitere große Wiese rechts der Burg lockt mit vielen Ständen und auch am Turnierplatz haben sich einige Standler breit gemacht. Aber zu allererst beobachten wir kurz den Schaukampf. Zumindest für meinen Teil habe ich solcherlei aber schon zu oft gesehen.
Auch Mama und Tanja sind dann eingetroffen und so schließe ich mich den Beiden an, um die andere Wiese und die Stände am Turnierplatz zu erkunden. Ich freue mich über Knotenspektakel, die ich schon in Aggstein getroffen habe und die wieder da sind und auch sonst gibt es einige Stände, die ich noch nie gesehen habe. Trotz Mittelalterboom wird man immer wieder mit neuen Dingen überrascht. Eigentlich erstaunlich.

Bei einem Hexenkrautverkäufer halten wir wieder ein längeres Pläuschchen und Kathi ersteht eine Erfolgsräucherung für ihr Gasthaus (die wir imemr noch durchführn müssen ;) ). Dann müssen Lucky und Kathi sich leider schon verabschieden.
Wir genießen noch in Ruhe das nachmittägliche Treiben. Eine Gruppe, die ich schon aus dem Tympanum ganz gut kenne spielt auf und Tanja und ich rekonstruieren den Pferde-Braudel und tanzen zur Freude der Musiker mit. Mama probiert dann Druidenstöcke und welcher am besten zu ihr passt, während wir die Burg besichtigen und Kirschbier verkosten.
Gemeinsam schauen wir zwei Gewandeten beim Kampftraining zu und applaudieren dem Feuerspucker, der zwischendurch ein wenig für Abwechslung sorgt.
Zum Abschluss versammeln sich alle Leute am Turnierplatz, wo es eine Greifvogelvorführung gibt. Adler, Käuzchen und Falken werden vorgeführt. Alle fliegen auch ganz brav von Falkner zu Falkner, nur der junge Adler will noch nicht so recht und verschwindet im Baum, wo er tollpatschig versucht zu landen (manchmal zum Vergnügen der Leute vergeblich) und wo er so lange nicht herunter kommt, bis er merkt, dass die Spannung im Publikum der Langeweile Platz macht. Dann sorgt er für einen dramatischen Abgang.
Erst spät wird die Heimfahrt angetreten. Ein wirklich gelungener Mittelaltermarkt, der heuer noch kaum Besucher angezogen hat. Hoffentlich gibts ihn nächstes Jahr wieder.

Montag, 2. Juni 2008

Das erste Mal am Rosenhügel

Irgendwie reihen sich die MA-Fest Einträge hier :)
Diesmal hab ich Wolfgang zum Mittelalterfest am Rosenhügel im 13ten entführt. Er war noch nie auf einem MA-Markt und da dieser gleich bei ihm um die Ecke ist...hab mir am Vortag noch ein neues Oberteil genäht, um den wahnsinnigen Temperaturen standhalten zu können.
Der Markt war eine 100% positive Überraschung. Es waren wenig Leute und ein recht schönes Gelände, mitten unter lose stehenden Apfelbäumen standen im Gras an die 40 Stände mit wirklich auserlesenen Angeboten. Kaum Ramsch und Kitsch, sondern wirklich viel Authentisches, darunter auch einige neue Stände, die ich bisher noch niergendwo gesehen habe. Neben dem obligatorischen Filzhutprobieren gab es einen Stand mit hunderten verschiedenen Fellen, alle so weich, dass man am Liebsten darin versinken wollte. Viel Schmuck und Lederarbeiten, auch Gewandungen. Allesamt nicht billig natürlich. Hab ein Geschenk erstanden und sonst gustiert.
Werner hat dann irgendwann auch seinen Weg hierher gefunden und so sind wir dann zu dritt im Heu unter einem Baum gesessen und haben die entspannte Atmosphäre genossen.
Mit saurem Ribiselwein haben wir uns erfrischt, um uns anschließend die Bogenschießvorführung anzuschauen. Ganz ok. Musici Hilary waren wieder da und auch die Eulenspieler. Um sechs Uhr gab es eine Tanzvorführung und ein wenig konnte ich auch mittanzen, nicht zuletzt beim Publikumstanz, zu dem ich aber nur Wolfgang motivieren konnte.

Später kam dan Julia mit einer Freundin vorbei und so haben wir unsere Standelrunde vollendet. Geendet hat die Runde am Eulenspielerzelt, wo Heidemarie und andere schon begonnen haben einen Eintopf zu kochen. Nach einem zweiten Bogenschießturnier war das Essen dann fertig. Schweinsbraten mit Gemüse-Polenta Eintopf. Die Nachspeise haben wir leider verpasst :( Wie konnte das passieren?
Eigentlich hätte ich ja um neun bei einer Party sein sollen, aber weils so nett war, sind wir erst um halb zehn aufgebrochen. Wär gern noch länger geblieben, aber so musste ich zumindest einen Teil des Weges nicht alleine fahren.


Fotos by Werner, Wolfgang and mee

Die EulenspielerInnen in Lockenhaus

MA-Fest Lockenhaus. 22.-25. Mai 2008. Die EulenspielerInnen sind das erste Mal engagiert, mittelalterliche Reigentänze zu zeigen. Ich komme am Samstag mit Julia an. Als wir von Wien wegfahren, strahlt die Sonne vom Himmel und es ist warm. Ich habe nur die nötigsten Sachen eingepackt, nichts wirklich Warmes. Dann kommen wir weiter ins Burgenland und 20km vor Lockenhaus beginnt der Himmel zuzuziehen und schwere graue Wolken verdecken die Sonne. 7km vor Lockenhaus beginnt es dann zu schütten. Urplötzlich. Bang sitzen wir im Auto, doch das furchtbare Wetter verzieht sich nicht mehr und wir kommen in strömendem Regen an. Irgendwie mit improvisierten Regenschützen bewaffnet düsen wir dann vom Parkplatz zur Burg, wo ich meine Sachen abliefere. Dann machen wir eine Burgführung, in der Hoffnung, dass das Wetter doch noch besser wird.
Die Burg Lockenhaus ist wirklich ein Traum. Total schön renoviert, ziemlich groß, mit zwei efeuüberwucherten

Innenhöfen, Rittersälen, einer Folterkammer, einer mittelalterlichen Küche, einem Konzertsaal, einem süßen kleinen Balkon mit Blick über das Dorf Lockenhaus und die umgebenden Wälder...

Jo holt uns dann aus der Burg ab und gemeinsam finden wir uns am Marktplatz ein, wo die EulenspielerInnen eine spontane Tanzdarbietung zum Besten geben, begleitet von den Musikern der Familienband Musici Hilary.
Ich tanze ein paar Tänze mit, um mir meine Brötchen zu verdienen, dann fotografiere ich die Tanzenden, die offensichtlich trotz Schlechtwetter ihren Spass haben.
Auch Julia kann man zum Tanzen motivieren...
Es wird Zeit fürs Mittagessen. Nach Nussnockerln schlendere ich allein durchs Lager, um zu sehen, was es hier so alles gibt. Highlight: Der Badezuber der Wikkinger, in dem zwei dergleichen seit drei Stunden weichen :)
Die Stände sind nicht aufregend, eigentlich eine ziemliche Enttäuschung. Nur Schnickschnack und Kitsch. Nur ein Verkäufer erzählt mir ein wenig über die schamanistische Bedeutung seiner Stäbe, die mit Federn und Tierteilen verziert sind und nicht schlecht aussehen...

Der restliche Tag vergeht unspektakulär. Wir sitzen im Eulenspielerzelt, das liebevoll mit Requisitien bestückt ist und plaudern, während ein Teil der EulenspielerInnen im Badezuber sitzt und trinkt. Verspätet gibt es Abendessen im Rittersaal: Schweinsbraten und Salate und als Nachspeise Zimtreis. Endlich beginnt es aufzuklaren. Der Regen hört auf, Nebelschwaden steigen aus dem Wald hoch und ein Regenbogen spannt sich über das Lager. Der

Sonnenuntergang ist kitschig rot-gold.
Erst am Abend geht es mit dem Programm weiter. Lichterspiel oder so nennen sich die zwei Mädls aus Hamburg und sie begeistern die ausdauernden

Gäste und Marktangehörigen mit einer netten kleinen Feuershow, die wegen dem schlechten Wetter leider nicht so toll ist, wie sie die zwei vergangenen Abende gewesen sein soll.

Tja. Julia und ihr Vater verabschieden sich dann. Es wird dann getrunken und geplaudert. Ein paar Spielleute musizieren. Ich wandere vom Marktplatz zum Lager und wieder zurück, aber ich bin müde und durchweicht und die rechte Stimmung will sich nicht mehr einstellen.
Weiteres Highlight: Captain Jack Sparrow Junior!

Nach einer kurzen Nachruhe erwacht, gehts am nächsten Tag auf zum Frühstück. Pünktlich um neun treffen auch schon die ersten Frühaufsteher sprich Gäste ein. Die Sonne ist uns heute wohlgesonnen. Gemütlich setze ich mich nach dem Essen zu einer Gruppe Leute, die um ein Lagerfeuer sitzen und Würstchen grillen.
Gegen Mittag gibt es noch einen Auftritt. Die TänzerInnen werden von einer Fanfare zusammengetrommelt und dann wird gemeinsam zum Marktplatz marschiert. Wieder fotografiere ich. Heute ist das Wetter wieder traumhaft und die TänzerInnen schwitzen :D
Ein letzter Blick vom See aus auf die Burg, dann geht es ab nach Hause.