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Mittwoch, 26. November 2008

Oktoberbesuch bei Tanja in Irland

21.-30. Oktober 2008
Katharina und ich treffen uns schon zeitig in der Früh und gondeln mit Eurolines nach Bratislava zum Flughafen. Der Flug vergeht recht angenehm, dann kommt der administrative Spießrutenlauf. Trotz Reservierung und Bestätigung will mir Hertz kein Auto geben, da ich noch nicht 25 Jahre alt bin, sondern erst 24,5 :) Nachdem wir eine Stunde bis zum Hertzgelände gebraucht haben, beschließen wir das Auto auf Katharinas Namen zu nehmen, aber das ungute Gefühl im Magen veranlasst uns dazu dann doch wieder zum Flughafen zurückzugondeln, wo wir die diversen Anbieter durchchecken und uns nach schwerer Entscheidung für Budget entscheiden, die das günstigste Angebot haben, das leider immer noch fast drei Mal so teuer ist, als der Preis, mit dem wir ursprünglich gerechnet haben.
Dann fahren wir los. Das erste Mal links fahren ist ungewohnt, aber nicht so schlimm wie ich mir vorgestellt habe. Das rechts Abbiegen ist immer etwas problematisch, aber sonst...

Wir fahren in die Stadt, wo wir versuchen mit rudimentären Plänen das Hotel zu finden. Super zentral in der Nähe von St. Stephens Green. Dann spazieren wir durch die Stadt. Grafton Street, Temple Bar. Wir lassen uns einfach treiben. Schon bald wird es allerdings dunkler, kälter und der Hunger hat uns. Nach langer Suche finden wir ein spanisches Lokal, in dem wir zu halbwegs vernünftigen Preisen dann doch noch was zu Essen bekommen.

In der Nacht verwandelt sich das nette Hotel in eine Hölle aus Discoklängen. Im Erdgeschoss geht die Party ab und die Musik dröhnt ungehemmt bis zu uns. Die Betten fibrieren. Erst um zwei in der Früh ist endlich Ruhe. Gerädert machen wir uns am nächsten Tag auf unsere Tour auf, die wir beschlossen haben doch gemeinsam zu begehen.

Auf der Autobahn geht es zügig aus der Stadt. Bald schon flecken Kühe die Landschaft rechts und links, das Wetter begrüßt uns mit Sonnenschein. Wir fahren ein paar Stunden, dann erreichen wir Clonmacnoise, die Überreste einer alten Klostersiedlung aus dem Mittelalter. Einer dieser unzähligen irischen Heiligen hat hier eine Kirche errichtet, zu der noch heute die Leute pilgern um den Stein zu küssen und Gottesdienste gefeiert werden. Verschiedenste Völker haben widerholt versucht, die Siedlung niederzubrennen und auszurauben, aber allen Widerständen zum Trotz wurde sie immer wieder aufgebaut. Rund um die verfallenen Kirchengebäude stehen unzählige irische Hochkreuze, verwittert und mit Moosen überzogen. Auch ein alter Turm steht einsam da, ein Mahnmal vor dem See bzw. Flussarm, an dessen Ufer das Kloster liegt.
Wir fahren weiter richtung Galway, an Torffeldern entlang durch die flache flache Landschaft. Gegen Abend erreichen wir Galway und finden nach kurzem Suchen in Spiddle ein nettes B&B. Das Wetter hat seine Sonnenseiten hinter sich. Es ist grau und verregnet. Wir spazieren zum Meer, wo uns der Wind die Haare ins Gesicht bläst, Straßenschilder vor dem Absturz ins Meer warnen und Möwen vereint in den grauen Himmel kreischen. Nach der langen Autofahrt wollen wir dennoch ein wenig spazieren gehen. Wir versuchen es im Landesinneren und finden endlich (was hier gar nicht so einfach ist) zwischen den zahlreichen Steinmäuerchen einen schnurgeraden Weg der sich ereignislos gerade ins Land zieht. Zwei Ponys sind die einzigen Farbflecken in der rostrot grauen Landschaft.

Am nächsten Tag fahren wir richtung Connemara. Wir wollen durch den Nationalpark fahren, dieselbe Route, die ich vor Jahren mit meiner Schulklasse genommen habe und die mich dazu veranlasst hat, jahrelang der Überzeugung anzuhängen, irgendwann nach Irland zu ziehen. Heute stellt sich die Landschaft anders da. Das grau hört nicht auf, der Himmel bleibt verhangen und überschüttet uns mit Regenschauern. Die einzigen Farbkleckse sind die immer wieder vorbeistreifenden Schafe, die anders als die unseren weiß, aber mit schwarzen Stummelbeinen versehen sind. Allerliebst. Sonst Nässe.
Ein kurzer Stopp in Clifden, wo wir Feuerwehrleute im Einsatz bewundern können sowie nette kleine irische Häuser Reihe an Reihe. Dann besuchen wir auf Empfehlung einen Ponymarkt, wo die Züchter ihre Connemaraponys versteigern. Ein spannendes Erlebnis, bei dem man ein wenig vom Leben der Leute mitbekommt und einen Einblick bekommt, den man sonst sicher auf keinen Fall bekommen hätte.
Dann gehts weiter. Es bleibt grau. Nur einmal, gerade als wir bei Kylemore Abbey, einem alten Herrensitz mit Kapelle ankommen, reißt der Himmel kurz auf und gibt eine Idee, wie prachtvoll dieses Land bei Sonnenschein ausschauen kann. Die Twelve Pins ragen wie Drachenbuckel aus der flachen Erde, karg und buckelig. Dann zieht das Sonnenloch wieder weiter und alles ist grau.
Wir brechen auf richtung Küste. Wir wollen morgen zu den Cliffs of Moher. Auf halbem Weg suchen wir uns ein Quartier. Kinvara. Unser erster Abend im Pub, der recht gemütlich wird. Am nächsten Tag begrüßt uns schönes Wetter. Auf Empfehlung der Hausmutter machen wir einen Abstecher zu The Burren. Laut Reiseführer sollen riesige Steinplatten das Land bedecken und gelegentlich alte keltische Steinkreise zu bestaunen sein. Steinig ist das Land, sogar noch steiniger als anderen Orts, doch die Steinplatten finden wir dann erst an der Küste und auch die keltischen Dolmen und Menhire sind nur Überreste in der Landschaft und verschwinden fast im eintönigen Grau.
Mit dem letzten Tank kommen wir zur Küste zurück, die nach langen flachen Teilen jetzt beginnt felsiger und schroffer zu werden. Klippen brechen zum Meer hin ab und das Meer rauscht und schäumt in weißen Kronen. Der Wind fährt in die Wellen, ein Leuchtturm warnt vor Untiefen. Wir genießen die Fahrt zu französischer Musik (die irische spielt der Player leider nicht ab).
Gegen Mittag erreichen wir die Cliffs. Ein riesiges Besucherzentrum empfängt uns. Wir verweigern die Parkpreise und stellen uns etwas abseits um uns dann ins Gelänge zu schmuggeln. Dann fallen sie vor uns ab. 200 Meter und Meer geht es unvermittelt in die Tiefe. Die Gischt wird von den Aufwinden nach oben getrieben und nässt die Besucher, die nicht in Massen aber doch zahlreich gekommen sind, um sich vor dem Schauspiel ablichten zu lassen. Wir spazieren einmal um das eingeschränkte Areal, dann fahren wir weiter. Die wilden Küstenabschnitte vor den touristenbeströmten Cliffs haben uns eigentlich besser gefallen. Wir versuchen von der anderen Seite der Cliffs, die nicht touristisch erschlossen sind, einen Blick zu erhaschen. Eine Kuhweide ist Katharina zu viel Hindernis, doch mich kann sie nicht aufhalten und als Belohnung bin ich am anderen Ende der Steilküste allein mit dem Rauschen der Wellen, dem Wind und dem grünen grünen Gras um den ehemaligen Leuchtturm. Fast muss man aufpassen, dass die kräftigen Windstöße einen nicht über die Kante wehen und nur am Bauch robbe ich bis an die Grasböschung hinter der nur noch Leere wartet. Schön!
Dann beginnt die anstrengende Fahrt in den Süden. Am Abend wollen wird bei Tanja ankommen. Erschöpft schaffen wir es schließlich durch die ganzen größeren Städte mit ihren vielen Kreisverkehren (alle 100 Meter) und den Staus. Kinsale. Vor dem Supermarkt warten wir auf Tanja, die da in grasgrünem Pulli angelaufen kommt und uns in die Arme fliegt. Wir feiern Wiedersehen und Katharinas Geburtstag bei Kuchen und Tee in Tanjas Wohnung, die gleich im Stadtzentrum liegt und eigentlich bis auf die Kälte und den Schimmelgeruch ganz putzig ist.
Abends lernen wir dann Luc kennen, einen Freund von Tanja, der mit ihr dieselbe Schule besucht und mit seiner Freundin extra aus Frankreich gekommen ist um Permakultur zu studieren. Es ist Jazz-Weekend und in allen Pubs - und das sind viele, auf jeden Einwohner ca eines - gibt es Programm. Wir wählen The Bulmans, ein älteres Pub am Stadtrand, wo eine Band Blues spielt und dem Publikum ordentlich einheizt. Nach der Pause schauen wir dann noch in die Stadt, wo einige von Tanjas Klassenkollegen im zentralen Pub versammelt sind, wo auch Musik aufgespielt wird. Ein unterhaltsamer Abend mit vielen kontaktfreudigen Iren, der um eins endet, als die Leute alle raus geschmissen werden.
Der nächste Tag ist wieder grau. In Tanjas Wohnung ist es kalt. Wir flüchten mit dem Auto nach Cork, um uns die Stadt anzuschaun. Größtenteils bleiben wir aber im Shoppingcenter hängen :)
Wir spazieren ein paar Straßen entlang, die mich an Camden in London erinnern. Im English Market gibt es Obst, Gemüse, Fleisch und Brot, wie am Naschmarkt nur enger und voller.
Danach fahren wir wieder zurück und weiter an die Küste und zum Strand. Der Regen ist mittlerweile ganz fein, so dass er alles durchdringt. Wir kommen - obwohl nicht lange an der Frischluft gewesen - völlig durchnässt heim und Katharina bereut, dass sie kein besseres Schuhwerk mit hat. Am Abend streifen wir wieder durch die Pubs. Heute reißt mich die Musik nicht so mit, aber es ist gemütlich immer zwei Häuser weiter zum nächsten Pub zu schlendern, um zu sehen, was dort gespielt wird. Auch Luc ist wieder mit von der Partie und er und Tanja tanzen barfuss zu den schnelleren Beats.
Am nächsten Tag wird das Auto vollgepackt. Luc, Pomme, Tanja, ich und Katharina. Wir wollen einen zweitägigen Ausflug machen und Westcork erkunden. Wir beginnen die Tour mit einem Besuch bei Patrice, der auf einer Farm bei einem seiner Lehrer einen Workshop besucht und dort als Gegenleistung hilft, Lehmhäuser zu bauen. Etwas weltfremd mutet das Gelände an. Lehmhäuser, Jurten, Steinöfen und junge Leute im 60er Jahre Look, die mit Gummihandschuhen Wände verputzen oder Lehm mit Stroh vermischen und darauf herumtrampeln. Der deutsche Lehrer erklärt uns ein wenig von seiner Lebensphilosophie und sein 16jähriger Sohn, der gerade seine erstes Lehmhaus baut führt uns durch das Familienwohnhaus, das wirklich sehr gemütlich und komfortabel wirkt, aber gänzlich aus Lehm ist. Interessant.
Dann lassen wir The Hollies hinter uns und fahren richtung Sheeps End, einer Halbinsel auf der laut Luc ein alter Eremit wohnt, einsam und allein in einer Steinhütte. Der Eremit ist über den harten Winter in China, wo er einen Zweitwohnsitz hat. Die Steinhütte, die man nur über einen schmalen Pfad erreicht, der wiederum am Ende einer gatschigen, rutschigen, schmalen, fast unbefahrbaren Straße liegt, ist aber da. Karg, eckig, funktional und doch liebevoll gebaut. Mit "zufälligen" Nischen im Stein, die sich perfekt eigenen, um sich gemütlich hin zu setzen. Durch die Fenster sieht man ins Innere der Hütte. Ein ausrangierter Autositz vor einem improvisierten Kamin. Grüne Kakteen an den Fenstern, die über das wilde Meer blicken. Eine Schlafcoje, eine Küche. Alles mit minimalen Standards, aber mit Herz gebaut und hergerichtet. Zur Hütte gehört ein kleiner Garten. Über einen lebhaften Bach gewinnt man Strom und ein riesiger Badezuber kann mit dieser Energie aufgeheizt werden, sodass man direkt am Meer ein Vollbad nehmen kann. Sogar eine Gästehütte gibt es. Skurril!
Die Sonne scheint heute mit aller Kraft und wir genießen es, uns in der von Steinen befreiten Wiese vor dem Haus ins weiche Gras zu werfen und zu relaxen.

Viel viel später brechen wir wieder auf und treffen am Rückweg eine Familie aus Amerika. Eine Mutter mit zwei Söhnen, die in Abwesenheit des Eremiten die Hütte bewohnt und mal eine Auszeit macht. Witzig. Wir fahren den furchtbaren Weg weiter, denn wir wollen die Spitze der Halbinsel erreiche, wo ein Leuchtturm sein soll. Das letzte Wegstück kann man nur noch zu Fuß gehen. Ich rutsche im Schlamm aus und falle auf meine Kamera, juchhuu. Gott sei Dank kann ich sie wieder reparieren. Den Leuchtturm finden wir trotzdem nicht.

Schon im Dunkel fahren wir zurück. Die Freundin von Luc finden wir nicht, die hier irgendwo wohnen soll und bei der wir hätten übernachten wollen. Ich bin ein bisschen gestresst, weil ich mir wie eine Taxichauffeurin vorkomme, die dann womöglich noch die Leute wo absetzen soll, um selber in ein Hotel weiter zu fahren. Dann kommt das Tüpfelchen auf dem I. Die Iren, die zT wie die Irren fahren (mit riesigen Autos auf zu schmalen Straßen zu schnell und zu mittig) sind eine Gefahr für arme Touristen. Vom einem LKW, der seine Geschwindigkeit nicht drosselt, aber auch keine Anstalten macht auf seiner Straßenhälfte zu bleiben abgedrängt, komme ich in den Straßengraben und ploff geht unser Reifen in die Hallen der Reifenleichen ein. Es ist stockdunkel und ich habe einen Platten. Scheiße!
Jetzt bin ich froh, dass die Franzosen dabei sind. Pomme wechselt routiniert den Reifen. Ein Ersatzreifen ist im Kofferraum. Der einzige Wehrmutstropfen: Gerade die Reifen sind mit unserer superteuren Versicherung nicht abgedeckt. Ärgerlich.

In einem nahen Ort finden wir dann auch endlich ein Quartier. Die drei Kiddies dürfen nach beknieen der Hausmutter auf dem Boden unseres Zimmers schlafen. Ein B&B können sie sich nicht leisten und im Zelt auf der nassen Wiese will man sie ja auch nicht schlafen lassen. Wir haben es noch recht lustig und versuchen Plastiksackerl auf der Nase zu balancieren und uns Spiele für Halloween zu überlegen. In Irland, wo die Halloweentradition ja ihren Ursprung hat, gibt es in jedem Laden Halloween Dekoration und Firlefanz und ich habe auch schon das ein oder andere Mitbringsel für meine Halloween Housewarming Party erstanden.

Am nächsten Tag wollen wir den Ring of Kerry, eine wunderschöne Küstenstraße abfahren. Ein weiter Weg liegt vor uns und auch das Wetter spielt mit. Am Weg bieten sich einige wunderschöne Aussichten und Ausblicke und die Lichtspiele von Sonne, Wolken, Regen, blauer Himmel sind wieder faszinierend und lassen die leuchtenden Farben dieses Landes - zu dieser Jahreszeit grün, gelb, rot und braun in allen Schattierungen - noch strahlender wirken.
Am Ende des Tages erreichen wir den Nationalpark Killarney. Die Berge sind schneebedeckt. Es regnet wieder aber trotzdem hält uns der Zauber der Landschaft gefangen. Wir kurven über enge Sträßchen immer höher und erreichen schließlich einen Pass, mit dem wir ein wenig von dem schlechten Wetter wieder hinter uns lassen. Gelacht wird über Luc, der von Tanja Lektionen in Deutsch bekommt und schließlich zur allgemeinen Begeisterung ca 100Mal "Ein Schaf ist auf der Straße" sagen muss. Ein herrlicher Akzent! :) "Ein Schaaaaf ist aooouf der Straaaaaße".
Dann liegen die drei Seen des Nationalparks unter uns. Wieder erwischen wir ein Sonnenloch und mit den letzten Sonnenstrahlen vor der Dämmerung wandern wir ein Stückchen die gelbroten Wiesen entlang, die manchmal fast das Gefühl vermitteln, man wäre in Afrika.
In der Nähe von Muckross House, einem riesigen alten Herrensitz bestaunen wir mit anderen Touris einen Wasserfall und Luc fängt eine Spitzmaus, die Tanjas Schal anknabbert und allgemein besüßt und bestaunt wird.
Dann erwartet mich eine weitere lange Autofahrt im Dunkel nach Hause. Ich bin schon ziemlich kaputt vom vielen Fahren und so bin ich froh, als wir zu Hause sind und falle ins Bett.

Am Dienstag ist Markttag in Kinsale. Endlich wieder Sonne. Das erste Mal seit wir angekommen sind schauen wir uns den Ort so wirklich an. Sehr putzig. Kleine Häuse in den lustigsten Farben, mit komischen Türen, die alle unterschiedlich sind und anscheinend eine Art Prestigeobjekt sind. Je greller und unterschiedlicher, desto besser. Selbst in Reihenhaussiedlungen, wo alle Häuser gleich ausschauen, kann man sich sicher sein, dass die Türen jedem Reihenhaus einen individuellen Touch geben :)
Der Ort wirkt verspielt, aber schick. Es gibt einen Yachthafen, aber jetzt ist gerade Ebbe und der Hafen nicht sehr aufregend. Viel aufregender sind die vielen Stände mit Köstlichkeiten, die jetzt auf dem Mini-Hauptplatz aufgebaut sind und mit Düften aller Art locken und den Mund wässrig machen. Wir genießen indonesisches Hühnercurry und französische Crepes. Viele von Tanjas Schulkollegen trifft man jetzt hier an, erkennbar an ihren Wollmützen, Dreadlocks oder Ethnotaschen, Bauschhosen und Tüchern. Ein fauler Vormittag, unser letzter mit Tanja. Am Abend fahren wir wieder zu den Stränden in der Nähe von Kinsale, wo wir einen wunderbar kitschigen Sonnenuntergang erleben und durch weiche Graswege am Meer entlang spazieren. Schön!

Als wir wieder nach Hause kommen erwartet uns Patrice. Endlich haben wir Gelegenheit, ihn besser kennen zu lernen. Als Dankschön für Auto und Hotel sind wir am Abend bei Luc und Pomme zum Essen eingeladen. Kartoffel Gratin, Couscous-Kuchen und Fruchtsalat an einem Tischchen vor dem offenen Feuer. Kööööstlich! Danach versuchen wir den Reifen zu flicken, was uns trotz vereinter Anstrengungen leider nicht gelingt.

Am nächsten Tag werden wir noch von Patrice mit kanadischen Crepes mit Ahornsirup bekocht, dann nehmen wir Abschied. Ein weiter Weg liegt vor uns und am Abend wollen wir Dublin erreicht haben. Wieder einmal ist es verregnet, so fällt der Zwischenstopp in der mittelalterlichen Stadt Kilkenny recht kurz aus. Müde erreichen wir Dublin, wo wir etwas Probleme haben, ein billiges Quartier zu finden. Schließlich ist es ein ganz gemütliches und durch die Maus, die im Zimmer ist, kriegen wir das ganze auch noch um die Hälfte vom Preis :D Katharinas Entsetzen in Ehren!
Am Morgen noch ein schneller Cafe mit Scone am Beginn der Grafton Street, dann sind wir auch schon am Weg zum Flughafen. Beim Autoverleih wird ordentlich geblufft. Nein, wir hatten kein Problem mit dem Reifen, warum? Noch dazu fehlen uns zwei Radkappen, die auch auf der Strecke verloren gegangen sind. Kein Wunder bei den vielen Lacken undSchlaglöchern. Oh Freude, wir müssen nichts zahlen. Erleichtert warten wir auf unseren Flug.

In Bratislava der nächste Schock. Nach zwei Stunden warten auf den Bus teilt man uns mit, dass dieser nicht fährt und trotz aller Aufregung und allem angebrachtem Ärger müssen wir umständlich mit dem öffentlichen Bus in die Stadt und dann mit dem Zug nach Wien fahren. Finally Home, ich muss sagen, ich freue mich auf ein wenig Wärme, eine ordentliche Dusche und mein eigenes Bett. Aber schön, aufregend, abwechslungsreich, interessant, atemberaubend und unterhaltsam wars trotzdem! Und schön mein Schwesterchen wieder mal zu drücken!

Samstag, 18. Oktober 2008

Freunde zu Gast

Derzeit komm ich überhaupt nicht mehr zum Blog-Schreiben. Furchtbar *soifz* Aber nachdem mir Celine jetzt Fotos von ihrem ersten Besuch geschickt hat und ich noch eine dreiviertel Stunde hab, bevor mich Mama abholt und wir den Ikea-Besuch nachholen...
Also das erste, was passiert ist, sobald ich halbwegs eingerichtet war, war, dass ich meine liebsten Freunde zu mir eingeladen hab. Werner war viel da und hat mir geholfen. Gemütlich haben wir mittlerweile auch den ein oder anderen Film angeschaut. Maria war die erste, die mit mir ordentlich (!) gefrühstückt hat, mit Lachs, Melone und allem was sonst noch dazu gehört.
Celine kam, als gerade meine gesamte Küche verstellt war, weil der Fliesenleger alles verbaut hatte. Aber wir haben uns nichts sto trotz im Wohnzimmer bei Kerzenschein einen gemütlichen Abend gemacht.
Meine Rollenspieler waren da, da stand dann eigentlich fast schon alles. Auch da haben sich die vielen Kerzen bewährt *froi*
Dann hab ich natürlich geplant, für meine Eltern, die mir letzten Endes am Meisten geholfen haben, ein feines Essen zu kochen. Mama war schon da und ich habe etwas Neues probiert: Fisch (Pangasius) mit Kürbisgemüse in Dillsauce. Dazu Polenta und eine frischen Vogerlsalat mit Tomaten und Paprika. Als Nachspeise Mousse au Chocolat. Ist wirklich fein geworden.
Papa war och nicht da, weil zuerst ich, dann er krank war.
David ist überhaupt schon drei Mal bekocht worden und für ihn und seine Mama, von der ich den super Schaukelstuhl hab, hab ich WOK gemacht.
Auch sonst war schon der/die ein oder Andere kürzer oder länger hier und mittlerweile hab ich ja schon alle Einladungen für meine Halloweenparty verschickt, bei der die Wohnung dann überhaupt erst mal von allen auf einen Sitz eingeweiht werden soll. Hui, wenn da alle kommen, wirds eh eng :)

Mittwoch, 24. September 2008

At last...

Ende August drückt mir Maria, Davids Tante, den Schlüssel in die Hand und der provisorische Mietvertrag wird unterschrieben. Ich stehe zum ersten Mal in meinen eigenen vier Wänden, die allerdings noch gelblich verblichen sind. Auch der Rest der Wohnung ist nackt und kahl und etliches an Arbeit muss noch hineingesteckt werden. So mache ich mich denn gleich nach meinem Sommerakademieurlaub mit Jenny auf zum Kika, um Farbe zu besorgen und bei ihrem Stiefvater und ihrer Schwester, die auch gerade umziehen Möbel zu begutachten.
Am Wochenende schon bin ich mit Papa gestellt und wir verspachteln Löcher und beginnen das Wohnzimmer weiß zu streichen. Bis lange nach Dunkelwerden arbeiten wir, dann machen wir Feierabend. Am nächsten Tag wirds weitergehen.
In der Früh holen wir erste Möbel. Katharina beschenkt mich mit einem Lehnstuhl, einem Mistkübel und einem (wie ich mittlerweile festgestellt habe äußerst misstönenden) Wasserkocher, von Papa nehmen wir den alten Kühlschrank mit. Dann fahren wir nochmal durch halb Wien und bauen bei Jennys Mama den alten Schrank ihrer Schwester ab und transportieren ihn zu mir in den 9ten. In der Wohnung geht das Ausmalen weiter. Die Decke ist heute dran und die Küche. Zu Mittag kommen Werner und Mama zur Unterstützung. Werner hat die Decke bald fast spielerisch anmutend angefärbelt, Mama kümmert sich um die haarigen Details an den Fenstern. Auch der hässliche Kasten im Schlafzimmer wird zerlegt. Am Abend sind wir voller Farbe, fix und fertig, aber auch die Wohnung ist weiß. Vor dem Feierabend schauen wir noch bei Miriam vorbei, die mir ihr (ebenfalls schon durch einige Hände gegangenes) Hochbett vererbt, sowie Sessel, einen Kerzenständer und Geschirr. Am Mittwoch schließlich hole ich es mit Tom ab und wir müssen zweimal vollbepackt durch Wien gondeln, bevor wir alles transportiert haben.

Unter der Woche bin ich mir Arbeit zugedeckt, aber am Wocheende geht es weiter. Die ganze Bagage hat sich zur tatkräftigen Unterstützung bereit erklärt. In der Früh aber warte ich vergeblich um acht in der Wohnung. Der Maler hätte kommen sollen, um das Schlafzimmer auszumalen, sodass wir am Nachmittag gleich das Bett aufbauen können. Erst um elf kommt der gute Mann. Ich habe einstweilen den Boden gewischt und Sofa, alten Herd und Kühlschrank mühsam in den Keller befördert. Dann lasse ich den Maler malen und düse nach Korneuburg, wo ich mit dem Auto weiter nach Leizersdorf gondle, um mit Kathi den Tisch ins Auto zu laden, den mir ihre Mutter vermacht. Zurück in Korneuburg, wartet auch schon Tom. Das Sofa kriegen wir nicht ins Auto, aber erste Umzugskartons. Ludwig der nachkommt, nimmt mit Roman das Sofa mit. Während Tom und Jenny dann Schreibtisch, Kommoden und Regale von Jennys Stiefvater abholen, schraubt Roman am Kasten und Ludwig und ich holen von Dani die Couch und einen Sessel ab. Erst spät am Nachmittag sind wir alle wieder in der Wohnung und schrauben die zerlegten Möbel alle wieder zusammen. Um acht sind wir fertig. Bett, Kasten, Tisch, Schreibtisch, Sofas und Regale stehen und wir genießen ein wohlverdientes Essen in der neuen Sitzecke.

In den nächsten Tagen fahre ich oft mit Mama und Papa in die Wohnung, mit Kisten beladen. Schon am Samstag nach meiner Rückkehr aus England habe ich zu einer kleinen Reigen Vorglühfeier eingeladen. Bis dahin muss alles halbwegs wohnlich sein. Am Freitag statten Papa und ich dem Ikea ein Besuch ab. Lattenrost, Matratze, Teppiche, Bettwäsche und dergleichen werden besorgt. Am Samstag dann bin ich mit Mama einkaufen. Ein Couchtisch und ein CD Regal müssen her. Dann räume ich fleißig ein und herum. Auch Werner kommt und hilft mit kreativen Ideen und am Abend dann kommen die ersten Gäste, Jenny, Kelly, Tom, Roman, Lemmi, Klaudia, Michael und Michaela. Als es dunkelt schalten wir das Licht ab und erleuchten das Zimmer mit Kerzen. Die Heizung funktioniert noch nicht, aber der kleine Heizstrahler tut sein bestes und es wird warm und gemütlich.
Mit Spass und Unterhaltung wird der Abend begangen bis wir schließlich gegen zwölf zum Reigen aufbrechen.

Immer noch fehlen Kleinigkeiten, aber es wird und wird und wird...wohnlicher, heimeliger, kuscheliger, gemütlicher, ansprechender...bis zur Einstandsfeier wirds noch etwas dauern, aber wohl fühlen tu ich mich jetzt schon. Und deshalb meinen liebsten Dank an alle, die mir so fleißig geholfen haben und Zeit, Energie, Schweiß, Arbeit und ein wenig Liebe in meine Wohnung gesteckt haben :*